Tipps zur Innenrauminstallation

Tipps zur Innenrauminstallation

Erfahrene Wohnmobilbauer sagen, dass sich die Qualität eines Wohnmobils vor allem in der Installation zeigt – aus diesem Grund geben wir Ihnen im Folgenden Tipps zur Innenrauminstallation. Umfang, Art und Ausführung der installierten Anlagen sind für den Gebrauchswert und die Langlebigkeit eines Wohnmobils von entscheidender Bedeutung. Leider ist es häufig für selbst ausgebaute Wohnmobile kennzeichnend, dass ihre Installationen unzureichend und nicht fachgerecht ausgeführt sind. Mehr noch : Die wichtigsten Mängel hinsichtlich Sicherheit und Umweltschutz liegen meist in diesem Bereich.
Die umfangreichen in Wohnmobilen installierten Einrichtungen erfordern Planung und sorgfältiges Arbeiten. Um hier mit System vorzugehen, muss man drei Installationsbereiche unterscheiden:

  • Installierte Geräte
  • Energiequellen
  • Rohr- und Leitungsnetze

Installierte Geräte

Ein Wohnmobil, das möglichst universell einsetzbar sein soll, sollte mindestens über folgende Einrichtungen und Geräte verfügen:Tipps zur Innenrauminstallation in unserem Ausbauratgeber

  • Beleuchtungseinrichtungen
  • Kochstellen
  • Kühlschrank
  • Heizgerät
  • Frischwasser-Spültoilette
  • Kaltwasser-Versorgung
  • Abwasser-Entsorgung

Gerade der letzte Punkt, der einen Abwassertank voraussetzt, wird von manchen Wohnmobilselbstausbauern noch vergessen. Ein Wohnmobil ohne Abwassertank kann heute aber nicht mehr akzeptiert werden.

Für gehobene Komfortansprüche sind die genannten Geräte noch um folgende Einrichtungen zu ergänzen:

  • Warmwasserversorgung
  • Back- und Grillgeräte
  • Klimaanlage für den Wohnraum
  • Dusche
  • Multimedia

Tipps zur Innenrauminstallation in unserem AusbauratgeberNicht zu vergessen bei der Geräteaufzählung sind schließlich die zentralen Geräte, die Einrichtungen zur Bedienung und Überwachung der Gesamtinstallation zusammenfassen (z.B. Kontrollpanels)
Hat man sich Klarheit darüber verschafft, welche Geräte und Einrichtungen man in seinem Wohnmobil haben muss bzw. will, so ist für die Installationsplanung der nächste Schritt die Festlegung der Aufstellungs- und Anbringungsorte des jeweiligen Gerätes. Dieser Planungsschritt ist gekoppelt mit der Gesamtplanung des Wohnraumes. Wenn möglich, sollte allerdings im Sinne einer optimalen Raumökonomie versucht werden, Geräte außerhalb des Wohnraumes zu platzieren. Beispiel : Es gibt Heizgeräte sowohl auf Benzin/Diesel- wie auch Flüssiggas-Basis, die „unterflur“ montiert werden können. Im Wohnraum befindet sich dann nur die Rohrleitungen zur Heizluftverteilung. Ein anderes Beispiel ist der Abwassertank, den man üblicherweise auch außerhalb des Wohnaufbaus unterflur anbringt.

Energiequellen in Wohnmobilen und Wohnwagen

Die im Wohnmobil installiertenTipps zur Innenrauminstallation in unserem Ausbauratgeber Geräte benötigen zu ihrem Betrieb
Energie unterschiedlicher Art und Menge. Die richtige Planung der Energieversorgung ist deshalb für den problemlosen Betrieb des Wohnmobils unter wechselnden Bedingungen von besonderer Bedeutung. Diese Energieversorgung muss gewährleistet sein während der Fahrt, während des Aufenthaltes auf einem Campingplatz mit entsprechenden Versorgungsanschlüssen und möglichst weitgehend auch unabhängig von solchen Anschlüssen, d.h. es soll auch ein autarkes Wohnen im Wohnmobil unabhängig von äußeren Energiequellen wenigstens für ein paar Tage möglich sein. Um hier richtig zu planen, muss man sich zunächst einmal den Energiebedarf der einzelnen Verbraucher im Wohnmobil klarmachen (Größenordnungsmäßige Angaben in Watt):

Beleuchtung 10 – 200 Watt
Kocher 2.000 – 4.000 Watt
Kühlschrank (elektr.) 50 – 120 Watt
Kühlschrank (Gas) 100 – 120 Watt
Heizung (Gas) 2.000 – 5.000 Watt
Heizung (Benzin/Diesel) 2.000 – 3.000 Watt
Hilfsenergie für Heizung (elektr.) 10 – 35 Watt
Warmwassergerät 1.000 – 2.000 Watt
Grill 2.000 Watt
Wasserpumpe 10 – 100 Watt
Elektr. Lüfter 10 – 30 Watt

Energieträger in Wohnmobilen und Wohnwagen

  • Propangas
  • Butangas
  • Autogas
  • Dieselöl
  • Heizöl
  • Benzin
  • Petroleum
  • Spiritus
  • Batterien für die elektrische Energie

Tipps zur Innenrauminstallation in unserem AusbauratgeberFür die Wahl der richtigen Energieträger spielen auch die Größen und Bauarten der Wohnmobile eine Rolle. Bei den kleineren Wohnmobilen (Kastenwagen auf Kleinbusbasis) finden wir beispielsweise heute den Energieträger Flüssiggas seltener. Geheizt wird hier oft mit Benzin oder Diesel aus dem Kraftstofftank des Fahrzeugs, gekühlt wird mit elektrischer Energie und gekocht mit Spiritus. Dass bei dieser Fahrzeugkategorie Flüssiggas auf dem Rückmarsch ist, hat allerdings derzeit vor allem zulassungsrechtliche bzw. verkehrsrechtliche Gründe.

Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen zu den einzelnen Energieträgern sind bei der konkreten Einzelfallplanung z.B. zur Unterbringung eines Benzin- oder Flüssiggastanks, einer Batterie oder eines Wassertanks die räumlichen oder technischen Möglichkeiten zu berücksichtigen, die sich aus der jeweiligen Fahrzeuggesamtkonstruktion ergeben. Auch hier sollte im Sinne einer optimalen Raumökonomie versucht werden, die Vorratsbehälter soweit wie möglich außerhalb des Wohnbereiches anzuordnen. Es ist in diesem Sinn z.B. besser, einen Flüssiggastank unterflur zu montieren, anstatt Gasfalschen in einem Kasten im Wohnraum unterzubringen. Wasserbehälter sollten allerdings wegen der Gefahr des Einfrierens möglichst im geheizten Bereich installiert werden bzw. mit einer Heizeinrichtung versehen werden.

Die elektrische Energie stellt im Wohnmobil einen Sonderfall dar, weil sie nicht in erster Linie als Hauptenergie (z.B. Heizen und Kühlen) eingesetzt wird, sondern häufig liefert sie die notwendige Hilfsenergie z.B. zum Betreiben der Gebläse für Gas-, Benzin, oder Dieselheizung. Immer mehr wird sie auch unentbehrlich für elektronische Steuer- und Regeleinrichtungen. Damit hat sie im Rahmen der Gesamt-Wohnmobilinstallation eine zentrale Bedeutung. Wenn sie ausfällt, bedeutet das dann häufig Ausfall fast aller im Wohnmobil vorhandenen Installationen.

Perfekte Installation im elektrischen Energiebereich erfordern automatisch arbeitende Einrichtungen (z.B. Automatik-Ladegeräte bei Netzbetrieb und automatisch startende Generatoraggregate).

Rohr- und Leitungsnetze in Wohnmobilen

Systematisches Arbeiten im Installationsbereich erforderTipps zur Innenrauminstallation in unserem Ausbauratgebert Zeichnungen und Skizzen. Am Anfang steht der Lageplan der einzelnen
Verbrauchsgeräte, der Vorratsbehälter für Benzin. Flüssiggas, Wasser und der sonstigen Versorgungsquellen. Ist dieser Lageplan erstellt, kann man daran gehen, ihn durch Einzeichnen der Verbindungsleitungen, -rohre, -kabel und –-schläuche zu einem Netzplan zu komplettieren, der in dreidimensionaler Ausführung zum konkreten Leitungs-Verlegeplan werden kann. Aus einem solchen Plan wird nicht nur deutlich, wo die einzelnen Verbindungsleitungen und –rohre zu verlegen sind, es wird auch erkenntlich, wo Verbindungsstücke (z.B. Winkel- oder T-Stücke, Abzweigdosen usw.) vorzusehen sind. Solche Verbindungsstellen sollten übrigens so gestaltet werden, dass sie später- nach dem Endausbau des Wohnraumes – noch leicht zugänglich sind, damit man bei einem eventuellen Leitungsdefekt oder einer Rohrverstopfung nicht gleich ganze Wände zerlegen muss.

Leitungen, Rohre, Kabel und Schläuche müssen aus für den jeweiligen Verwendungszweck geeignetem Material (verschleißfrei, korrosionssicher usw.) hergestellt sein. Im Wohnmobil werden diese Teile durch Schwingungen und Erschütterungen besonders beansprucht. Wichtig ist deshalb, die richtige Verlegung und gute Befestigung aller Verbindungsteile. Ein paar konkrete Ratschläge in diesem Zusammenhang:

  • Kupferleitungen nicht mit Stahlteilen zusammenbringen (Elektrokorrosion)
  • Elektrische Leitungen nicht mechanisch verspannt verlegen; Schläuche (z.B. Wasserschläuche, flexible Abgasrohre) nicht mit durchhängender Krümmung verlegen (Verstopfungsgefahr, Gefahr der Wassersackbildung)
  • Gasleitungen aus verzinkten Stahlrohr oder Kupfer mit Kunststoffschellen und nicht mit Metallschellen befestigen (Vermeidung von Scheuerstellen und Elektrokorrosion).

Die grundsätzlichen Bemerkungen zum Bereich der Wohnmobil-Installationen sollen mit dem eindringlichen Rat abgeschlossen werden, dass ein Do-it-yourself in den besonders sicherheitsrelevanten Bereichen der Elektro- und Gasinstallationen nur in Betracht kommt, wenn eingehende Fachkenntnisse und das richtige Werkzeug vorhanden sind. In Zweifelsfragen sollte man sich nicht scheuen, den Fachmann zu konsultieren. In jedem Fall ist es ratsam, selbstgebaute Anlagen von konzessionierten Handwerkern bzw. anerkannten Sachkundigen prüfen zu lassen, was bei Gasanlagen sowieso unumgänglich und gesetzlich vorgeschrieben ist.

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