Wassertanks für Wohnmobile selber bauen

Frisch und Abwassertanks selber bauen - Eine Anleitung in unserem Ausbauratgeber

Einleitung und Ausgangssituation vor dem Bau des Wassertanks

Jan. 1996 Gastbeitrag von Stefan Tillmann zum Thema Wassertanks selber bauen


 

Wassertanks selber bauen - Eine Anleitung in unserem AusbauratgeberNachdem unser Bus (aus unserer Ausbaugallerie) nach und nach fertiggestellt war, kam die Frage nach einem passenden Wassertank für Frisch- und Abwasser auf. Ich hab sehr lange gesucht und gemacht. Maßtanks sind meist sehr teuer und ich wollte wenigstens 500 ltr. Frischwasser. Alle auf dem Markt befindlichen Tanks die ich gefunden habe, sind sehr teuer und eigentlich passt das Maß bei keinem. Und da unser Bus ja nicht groß ist, muss ich schon haushalten mit dem Platz. Mit einem Maßtank könnte man u.U. sehr viel Platz sparen.

Insbesondere bei dem Frischwassertank sollte man auf das Material achten, und da kommt eigentlich nur Edelstahl oder PE in Frage. Edelstahl schweißen ist speziell und man braucht ein entsprechendes Schweißgerät und Übung, also kam für mich nur PE in Frage. Dieses Material kann man in nahezu jeder Stärke in Platten von 100x200cm oder 300×150 cm kaufen. Die Kosten belaufen sich auf ca. 39 DM/qm zzgl. MwSt. für 5 mm dicke Platten. Mein 550 Liter Tank hat ca. 500,- DM gekostet, allerdings inklusive dem elektrisch geregelten Heißluftgebläse. Man braucht also das Plattenmaterial, dass man bequem mit der Stich- oder Kreissäge sägen kann, und ein elektrisch geregeltes Heißluftgebläse und einen sogenannten Schweißschuh. Das Gebläse muss elektronisch geregelt sein, weil man die Temperatur beim schweißen unbedingt konstant auf der angegebenen bzw. dem Material angepassten Temperatur halten muss. Zu kalt und es verschmilzt nicht richtig – zu heiß und es wird schwarz und verkokelt. Beides ist logischerweise schlecht. Eigentlich sollte PE beim ersten Schweißvorgang richtig und dicht verschweißt werden. Mit jedem Verflüssigen des PE-Materials wird die Molekülkette kürzer. Ist sie zu kurz nach mehrmaligem erhitzen, kann es gar nicht mehr verschweißt werden.

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So ein elektrisch Heißluftgebläse kann man auch für viele andere Arbeiten verwenden. Flämmen, Farbe entfernen, löten, schweißen usw., sodass die Investition nicht so übel ist. Von Einhell gibt es auch passende Zusatzteile wie Schweißschuhe und Klingen. Die Schweißstäbe gibt es auch im Baumarkt, aber man braucht die richtigen und sie müssen aus dem gleichen Material sein, wie das Plattenmaterial welches man verschweißen will. Es gibt da verschiedene und für das reine, weiße PE hießen die glaube ich auch HD-PE und sind weiß – nicht die schwarzen die auch PE heißen. Die Schweißstäbe sind ca. 30 cm lang und 0,5 cm dick. davon braucht man aber jede Menge. Ein Packet mit ca. 20-25 Stäben lag bei ca. 10,- DM.

In dem Laden, wo ich mein Plattenmaterial gekauft habe, hab ich natürlich auch mit meinem Plan vorgesprochen und nach Kosten gefragt. Ein Profischweißer kriegt für einen Meter 80,- DM. Bedenkt man, das man am besten von beiden Seiten schweißt, solle man nicht glauben was da an Metern zusammenkommt. Am besten Ihr schaut mal in die gelben Seiten, wo es PE oder einfach Kunststoff und evtl. Plexiglas gibt. Ich hab dann nach Plan meine Teile ausgesägt und erst einmal an Resten geübt. Mit ein bisschen Übung ist das nicht schwer. Probleme sind immer Ecken. Egal ob Innen- oder Außenecken. Außerdem immer die Ansatzpunkte, wenn ein Schweißdraht zu Ende ist und der neue ansetzt. Der Schweißschuh wird mit dem Schweißstab befüllt und dieser läuft dann, während man das Gerät weiterführt, an der heißen Luft vorbei. Wäre also super, wenn man den Schweiß“draht“ auf einer Rolle bzw. endlos hätte. Hab ich aber nicht gefunden. Also hab ich nachdem ich gemerkt habe, dass die Ansatzstellen zwischen zwei Stäben ein Problem sind, habe ich mir immer eine Kette von so einem Meter Länge aus mehreren Schweißstäben VORHER zusammengeschweißt. Das half sehr. Was man nicht vergessen darf, sind die Schwallwände im Inneren des Tanks.

Wassertanks selber bauen - Eine Anleitung in unserem Ausbauratgeber

Anschließend muss man gut vorplanen. Ich hab auch eine Fehler gemacht. Ich hatte Ecken im innerern zwischen den Schwallwänden, wo ich dann mit dem relativ großen Gebläse nicht mehr rangekommen bin. Da hätte ich von Anfang an besser planen müssen. Wie viele Schwallwände man braucht, weiß ich leider nicht. mein Tank jedenfalls hält seit 10 Jahren. Vergessen darf man natürlich auch nicht die Durchflußöffnungen bei den Schwallwänden unten und auch oben, wegen der Luft beim Befüllen! Ich habe am Boden und Deckel ca. 1 cm überstehen lassen, denn ich habe alle Nähte von beiden Seiten geschweißt. 550 Liter können schon eine ganz schöne Masse sein. Diesen Überstand muss man natürlich beim Zuschneiden berücksichtigen. Ich konnte so meinen Tank bis ins letzte optimieren und hab sehr viel Platz und Geld gespart. Für die Wasserentnahme kann man handelsüblichen Ausläufe aus PE nehmen. Aber er muss aus PE sein, und die sind normalerweise weiß. Allerdings gibt es auch weiße, die nicht aus PE sind. Die haben dann ein Stich ins gelbe und können nicht verschweißt werden. PE und das andere Zeug verbindet sich nicht.

Abschließende Dichtheitsprüfung des Wasstanks

Nun zur DIchtheitsprüfung: Am Anfang habe ich meinen Tank immer voller Wasser gemacht, was natürlich sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Das hab ich 2-3 mal gemacht bis ich dann auf die Idee kam, das es ja mit Luft geht. Sogar viel besser. Wenn Wasser durch ein Leck läuft, verläuft es gleich und man weiß nicht wo das Loch ist…..und es sind sehr kleine Löcher, die bei dem Druck undicht werden. Also Auslauf zu, oben nen Schlauch dran und mit Kompressor oder Mund aufblasen. Ich habe  nur mit Mund gemacht und ging super. Ist echt unglaublich, was das Material so aushält wenn es sich aufbläht.

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